03.11.2026
FEP: Europäischer Parkettsektor stabil, aber Aussichten trüben sich ein
Nachdem einige europäische Parkettmärkten im ersten Halbjahr ermutigende Signale sandten, haben sich die Aussichten seit dem Sommer eingetrübt, stellte der Vorstand des Verbandes der Europäischen Parkettindustrie bei seiner letzten Sitzung Ende Oktober fest. Zwar beobachtet die FEP eine allgemein stabile Situation auf dem Parkettsektor in Europa mit moderatem Wachstum in einigen Regionen, doch verhinderten weiterhin geopolitische Unsicherheiten, steigende Arbeits- und Energiekosten, sowie höhere Zinsen und eine erhöhte Sparquote eine grundlegende Besserung. Investitionsentscheidungen und Bautätigkeit blieben dadurch belastet.
Die konkrete Marktsituation ist uneinheitlich. Mehrere FEP-Mitglieder berichteten von positiven Entwicklungen in der ersten Jahreshälfte, insbesondere in der REnovierung und im Objekt, doch habe sich die Dynamik in dritten Quartal deutlich abgeschwächt. „Die Verbraucher sind unverändert vorsichtig und präferieren bei ihren Ausgaben Freizeit und Urlaub vor dem Wohnen“, bedauert die Verbandsspitze.
Gleichzeitig zögen die Kosten entlang der Wertschöpfungskette weiter an: Rohstoffe, Arbeitskräfte und Energie verteuern sich, während es nach wie vor schwierig sei, die zusätzlichen Kosten weiterzugeben -“insbesondere angesichts des unlauteren Wettbewerbs durch Importprodukte aus China und aus neuen Herkunftsländern mit rasch steigenden Importmengen“. Zudem sei die Beschaffung von Hartholz in bestimmten Regionen schwieriger geworden. Dennoch sieht der Verband „wichtige Chancen“ für die Parkettbranche. In verschiedenen Ländern stützten Renovierungsaktivitäten und das Projektgeschäft die Nachfrage und sorgten so für Stabilität.
In
Deutschland zeigen sich bei insgesamt noch niedrigem Gesamtniveau erste positiven Anzeichen in der Bautätigkeit. Nach einer vielversprechenden Entwicklung im ersten Halbjahr hinkte das dritte Quartal mit zweistelligen Absatzeinbußen deutlich hinter den Erwartungen hinterher. Insgesamt kann dennoch von einer weitgehenden Stabilität gesprochen werden.
Die
Schweiz hält ihr moderates Wachstum von 1 bis 2 %, vor allem getragen vom Objekt.
Die
Niederlande bleiben schwierig. Die Absatzmengen liegen schätzungsweise 5 bis 7 % unter den Erwartungen. Der Wohnungsbau erholt sich nur langsam. Aber: die zunehmende Unzufriedenheit der Verbraucher schafft Chancen für Holzböden.
Skandinavien ist positiv ins Jahr 2026 gestartet mit leichten Zuwächsen von 1 bis 2 %, bevor das herausfordernde Umfeld die Stimmung im Sommer dämpfte. Schweden bleibt der optimistischte Markt, gestützt durch Renovierungsaktivitäten, während Finnland weiterhin mit schwierigen Bedingungen konfrontiert ist. Norwegen profitiert von soliden wirtschaftlichen Fundamentaldaten, in Dänemark lässt die Nachfrage nach einer anfänglich positiven Entwicklung allmählich nach.
In
Italien hat der Absatz um 3 bis 4 % angezogen, doch sehen sich die Hersteller zunehmendem Druck durch steigende Rohstoffkosten ausgesetzt, insbesondere bei hochwertigen Hölzern.
Spanien wird stabil bis leicht positiv bewertet. Die Inlands- und Exportumsätze bewegen sich auf dem Vorjahresniveau, gleichzeitig nehmen die Importe aus osteuropäischen Ländern zu.